Gingen die Weinwanderungen der letzten Jahre am neugestalteten Rotweinweg entlang, so gab es dieses Jahr schon mal einen Ausblick auf den neuen Rieslingweg. Genauso lang wie der Rotweinweg durch Eisental und Affental läuft der über vier Kilometer durch beziehungsweise um Eisental und Müllenbach; zumindest in der vorläufigen Version beim diesjährigen Winzerfest. Um 12:30 Uhr startete die erste Gruppe mit 25 Teilnehmern Richtung Tillmatten, wo auch gleich die erste Station war. Anhand eines einhundert Jahre alten Fotos vom Stadtgeschichtlichen Institut erklärte Heimatguide Bernhard Foos woher der Name Tillmatten kommt und wie sehr sich das Dorf Eisental an dieser Stelle verändert hat vom Wiesengrund zum Wohngebiet. Die erste Weinstation war am Winterberg, wo der erfahrene Weinguide Paul Huber einen Riesling feinherb vorstellte, der direkt oberhalb im Gewann Vogelsang wächst. Vorbei an den Affentaler Winzern ging es zum Gewann Feil und „Hinterer Häuserberg“ wo man Müllenbach von oben sehen konnte. Abschluss bildete der Kreutzbuckel, im Dialekt der „Grizzbuggl“, von dem eine jahrhunderte alte Sage von einem Eisentaler Pfarrer berichtete.
Der Heimatverein freut sich, dass die Weinwanderungen mit Wein- und Heimatguides so großes Interesse finden. Wer als Familie oder Verein eine solche geführte Tour buchen möchte, kann sich gerne melden: vorstand@heimatverein-eisental.de

„Auf der Haul“, heute Gewann Vogelsang, war einer der höchsten und zugleich heißesten Punkte der Weinwanderung. Die Affentaler Weinkönigin Emelie I. hatte sich dazu ein leichtes Königinnen-Outfit ausgesucht.

Erfreulich, dass viele junge Menschen den Weg zum Wein fanden. Mangels Sitzgelegenheiten reihten sie sich hier im Schatten der Traubenannahme des Winzerkellers auf und genossen den Grauburgunder der Affentaler.

Weinguide Paul Huber vorne links erklärt anhand praktischer Beispiele, wie sich die Winzer durch geschicktes Schneiden der Reben versuchen, gegen Schädlinge oder Krankheiten zu wehren.

Im idyllischen Obstgarten von Rosi und Lothar Kunz war eine Weinstation aufgebaut und dort gab es einen gut gekühlten Rosé, über den sich nicht nur die Gastgeber freuten, sondern auch die Affentaler Weinkönigin Emelie die 1.

Einen Rotwein von den Affentaler Winzern gab es gegen Ende der 4 km langen Wandertour durch die Eisentaler Reben. An der Hein-Oser-Hütte konnte man gut im Schatten stehen oder sogar sitzen und diesen besonderen Tropfen probieren.

Am Ende der Weinwanderung gab es in Kurzform die Sage vom „Grizzbuggl“, dem Kreutzbuckel, der mit der Rebflurbereinigung 1967 verschwunden war. Im Mai 1853 soll sich an dieser Stelle der damalige Pfarrer Josef Haberstroh bei seinem Weggang noch einmal umgedreht und das Dorf verflucht haben: Hundert Jahre solle Eisental keinen Priester mehr hervorbringen. Das war dann auch tatsächlich so; erst 1963 gab es in Eisental wieder einen Priester.